Smile for the Camera

Smile Shutter Analyse am Horrorfilm, 2012

Digitale Fotokameras der Marke Sony sind mit einem besonderen Feature ausgestattet: dem 'Smile Shutter'. "Schalten Sie den Smile Shutter ein und überlassen Sie alles Weitere Ihrer [Kamera]! Bei aktiviertem Smile Shutter nimmt Ihre [Kamera] automatisch Fotos auf, wenn sie ein Lächeln erfasst. So erhalten Sie Aufnahmen, die Ihre Freunde und Bekannnten von ihrer besten Seite zeigen". Im Versuchsaufbau steht die Kamera im Abstand von ca. einem Meter vor einem Fernsehapparat. Die Filme werden mit eingeprägtem Timecode auf den Bildschirm übertragen. Bei aktiviertem 'Smile Shutter', sollte dieser alle Momente festhalten, in denen gelächelt und gelacht wird. Zudem lässt sich am Timecode im Foto ablesen, an welcher Stelle des Filmes Lachen auftritt.
Wie jeder digitale Filter, unterliegt der 'Smile Shutter' festen, mathematischen und unabweichlichen Regeln. In seiner Starrheit wird er zum Opfer der Komik. Die meisten Ergebnisse erfüllen die Aufgabe, Lachen und Lächeln zu verewigen. Einige der Schüsse sind jedoch Querschläger. Diese bedienen das Raster zwar, zeigen aber einen anderen Gesichtsausdruck. Schreck, Schock, Schrei und Weinen ähneln dem optischen Bild des Lachens. Zeitweise löst auch bei solchen Mimiken der Mechanismus aus. Der 'Smile Shutter' wechselt zum 'Fear Shutter' - eine lächerliche Umkehrung. Absurd wird es, wenn die Technik Fotos aufnimmt, welche nicht im Geringsten mit Lächeln und Lachen vergleichbar sind. Gleiches gilt für Schnappschüsse, auf denen keine Person zu sehen ist. Die Analyse der Horrorfilme hält einige Irrtümer des Filters bereit.

Ausstellungen

26.10. - 10.11.2012 Remote Controll Berlin
20.04. - 22.04.2012 Darmstädter Tage der Fotografie